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brand eins 03/2007

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Titel: Iven-Dämmerung

Schwerpunkt: Spitzenkräfte

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer in ihrem Editorial:

Die Spitze lebt.

• Ein vertrautes Restaurant, ein neuer Koch, große Ambitionen. Und eine Speisekarte, die erstaunliche bis erschreckende Gerichte enthält. Möglicherweie ein Trend, ein Experiment. Vielleicht könnte der Koch trotzdem ...? Nun ja, etwas Einfacheres. Ein Steak zum Beispiel? Ein paar Nudeln? „Keine Chance. Das macht der Koch nicht!“, antwortet der Restaurant-Chef bestimmt und versucht eine Erklärung: „Das ist bei Spitzenleuten nicht drin.“ Die Irritation wirkte lange nach. WAS ist bei Spitzenleuten nicht drin: zufriedene Gäste? Fürsorge? Mitgefühl? Ist die Spitze nur für sich selbst da? Und passt das noch in diese Zeit? Gute Fragen. Und der Beginn einer kleinen Forschungsreise ins Land der Spitzenkräfte, seien sie Diven, Stars, Prominente oder einfach nur gut. Peter Schreyer zum Beispiel, Designer, nahm Audi die Biederkeit und hat dafür genug Ehrungen eingeheimst, um sich als Star zu fühlen: Peter Schreyer ist nicht zur Diva geworden. Was nicht heißt, dass er sich alles gefallen lässt (S. 96). Kirsti Paakkanen dagegen, der Retterin des finnischen Designkonzerns Marimekko, ist die Diva-Allüre nicht fremd – was sie kein bisschen unsympathisch macht (S. 66). Daniel Keel wiederum, der vor 52 Jahren mit seinem Freund Rudolf C. Bettschart den Diogenes Verlag gegründet hat, denkt vermutlich keine Sekunde darüber nach, wie er wirkt. Was wirkt (S. 102). Sie machen schon Spaß, die Menschen mit besonderen Eigenschaften. Sei es in der Küche (S. 116), auf der Bühne (S. 72) oder auf dem Fußballplatz (S. 90). Auch wenn ihr Leben in diesen Jahren der medialen Rundumverwertung kompliziert geworden ist. Es reicht nicht mehr, eine Sache außergewöhnlich gut zu beherrschen – wer vorn mitspielen will, muss sich auch inszenieren. Ausgerechnet die beiden von Peter Laudenbach dazu befragten Schauspieler Henry Hübchen und Corinna Harfouch aber haben es genau damit schwer: „Ich bin total unsicher, welche Strategie im Umgang mit den Medien für mich richtig ist“, gibt Hübchen zu. „Am liebsten hätte ich einen Supervisor, der mir sagt, was ich mit der Presse machen soll.“ Das ist eine kluge Einsicht, die man auch weniger medienerfahrenen Menschen wünscht. Vorständen zum Beispiel, all jenen Top-Managern, die in den vergangenen Jahren unvorbereitet zum Medienereignis wurden. Jürgen Schrempp ist der Prototyp eines Managers, der glaubte, wer einen Milliardenkonzern wie DaimlerChrysler führt, hätte auch die Presse im Griff (S. 78). Seine Spitzenposition machte ihn zwar nicht zur Diva, wohl aber zum Autisten. Das ist keine seltene Reaktion im Top-Management (S. 56), allerdings eine brandgefährliche: Die Zeiten, in denen sich Vorstände unbehelligt in ihre Allmacht zurückziehen konnten, sind endgültig vorbei. Nicht nur professionelle Aktionäre machen ihnen das Leben schwer, auch das immer höhere Tempo erfordert neue Managementmethoden (S. 88). Vor allem aber ist Herrschaftswissen heute kein Machtinstrument mehr. Frank Roebers hat das in Jahren gesammelte Wissen seiner Synaxon AG deshalb konsequent geteilt (S. 108). Ist also die Zeit der Diven endgültig vorbei? Das wäre auch ein bisschen schade. Die Bunten, die Schillernden, die Besonderen: Die haben wir auf den unterschiedlichsten Bühnen schon gern – und äßen doch auch gern mal Steak. Im Berliner Spitzenrestaurant „Margaux“ ist das übrigens drin. Sterne-Koch Michael Hoffmann ist sich nicht zu schade, ein Steak zu braten. „Es muss mein Ehrgeiz sein, dem Gast das beste Steak zu braten, das er je gegessen hat.“

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