brand eins 05/2012

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Titel: Du bist nicht allein

Schwerpunkt: Loyalität

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Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Gabriele Fischer in ihrem Editorial:

Zusammenhalten

• Wer Nachrichten über die moderne Arbeitswelt sammelt, sollte sich mit ausreichend Antidepressiva versorgen. Mobbing, Burn-out, immer mehr Frustrierte, immer mehr Vereinzelung – wer da überleben will, ist sich am besten selbst der Nächste. Loyalität? Die war einmal. Erstaunlich nur, dass die Unternehmen allen Grabenkriegen zum Trotz mit besten Ergebnissen glänzen und Deutschlands Wirtschaft weltweit als Vorzeigemodell gilt. Vielleicht weil "geringe Bindung nicht mit geringer Leistungsbereitschaft gleichzusetzen" ist, wie der Saarbrücker Professor Christian Scholz vermutet? Oder ist es um die Bindungsfähigkeit in deutschen Unternehmen doch gar nicht so schlecht bestellt? Die jüngste Krise jedenfalls wäre nicht so glimpflich abgelaufen, hätten Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht zusammengehalten (S.100). Und wer schon einmal in einer der deutschen Autostädte war, weiß, dass es Loyalität noch immer gibt (S.72). Aber auch in jungen IT-Firmen sind keineswegs nur Jobhuren unterwegs, nur wird dort deutlich, dass Loyalität kein Bund für die Ewigkeit ist: "Die Mitarbeiter sind loyal gegenüber einer Vision", sagt der auf die digitale Wirtschaft spezialisierte Headhunter Dwight Cribb. Und das bedeutet auch, dass sie gehen, wenn die gemeinsamen Ziele geändert werden – es sei denn, man nimmt sie mit (S.122, S.124). Loyalität hat eben wenig mit Treue und viel mehr mit Partnerschaft zu tun - was mancher Führungskraft so fremd sein dürfte wie diversen Experten im Marketing. Wie sonst kämen sie auf die Idee, mit Treueprämien Kundenloyalität kaufen zu wollen – als wäre nicht längst bekannt, dass man mit Rabattmarken nur die Sparbrötchen bekommt, für die man bezahlt (S.38, S.84). Wer tatsächlich Kunden will, die mit einem durch dick und dünn gehen, sollte es vielleicht machen wie Petra Felten-Geisinger: Die Werbefilmproduzentin hat sich durch Anstand und Leistung profiliert – und hat erfahren, dass ihre Kunden sehr gute Partner sind (S.78). Aber natürlich kann es wie in jeder Beziehung auch zu Disharmonien kommen. Zum Beispiel, wenn der eine Partner den anderen zu sehr liebt. Beim Fußballverein Hansa Rostock hat das inzwischen zu gegenseitiger Abstoßung geführt, beim Öko-Anbieter Hess Natur träumt die Kundschaft von einer feindlichen Übernahme (S.58, S.90). Und manchmal ist auch nicht ganz klar, wer eigentlich wem gegenüber loyal sein soll: Bei Ferrostaal jedenfalls gehen die Linien kreuz und quer, auch das in Nigeria erfolgreiche Bauunternehmen Julius Berger hat seine eigene Definition von Verbundenheit (S.112, S.140). Und Rainer Moormann, Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich, war jahrzehntelang sicher, wem seine Loyalität galt. Bis er nicht mehr gutheißen konnte, was an seinem Arbeitsplatz geschah (S.106). Vielleicht ist Loyalität, was in der Beziehung zwischen dem Künstler Martin Eder und seinem Galeristen Gerd Harry Lybke steckt: Man braucht sich, man schätzt sich, man vertraut sich – aber nicht blind und für immer, sondern immer wieder aus gutem Grund (S.50).

Gabriele FischerChefredakteurin

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