Unternehmensberater 2017 – brand eins Thema

Unternehmensberater 2017 – brand eins Thema

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Titel: Mensch! Mensch! Mensch!

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Susanne Risch:

Die neue Mitte

Wer hätte das gedacht? Da haben ganze Generationen von Personalern den Menschen beschworen; sie haben ihn beobachtet und bestaunt, ihn gemessen und gewogen, ihn belohnt und bestraft, ins Zentrum all ihrer Bemühungen gerückt – und ihn am Ende doch eher als Störenfried denn als Mittelpunkt empfunden. Und jetzt, wo wir alle nur noch über Technologie reden, über Digitalisierung, künstliche Intelligenz, neue Tools und Transformationen, ausgerechnet jetzt ist der Mensch wieder in den Fokus gerückt. Und diesmal kommen wir nicht an ihm vorbei.

Das liegt daran, dass er so selten ist. Gut ausgebildete junge Leute mit technologischem Know-how sind Mangelware und werden händeringend gesucht. Außerdem haben sie andere Ansprüche als frühere Generationen: Arbeit soll befriedigen und ernähren, stolz machen und Sinn stiften, aber nicht mehr Lebensinhalt sein. Wer die Wahl hat, und die haben heute viele, sucht sich das Beste aus allen Welten – und das sind immer seltener die klassischen Arbeitsverhältnisse.

Die Folgen bekommen die Arbeitgeber jeder Größe und aller Branchen zu spüren. Und sie gehen auch an der Beraterzunft nicht vorbei. Dabei sind die Unternehmensberatungen gleich doppelt unter Druck: Sie müssen unter Hochdruck ihr eigenes Kerngeschäft transformieren und parallel dazu für ihre Kundschaft neue Geschäftsmodelle erschließen.

Allein mit dem Berater alter Schule gelingt das nicht. Der Consultant von heute braucht Innovations- und Technologiekompetenz, er muss analysieren, aber auch improvisieren, führen und moderieren können. Er soll mit Daten genauso umgehen wie mit Kulturunterschieden und sich für Problemlösungen auf einen Prozess einlassen, statt an Methodenwissen zu kleben.

Berater, die das können, muss man mühsam aufbauen oder lange suchen. Das prägt die Branche wie selten zuvor. Wer es sich leisten kann, kauft ein, was er an Köpfen und Kompetenzen braucht. Acqui-Hiring steht hoch im Kurs, also Firmenkäufe, bei denen es vor allem um die Mitarbeiter geht (Seite 34). Immer häufiger machen sich auch Logik und Kreativität gemeinsam auf den Weg. Ob die Verbindung hält, was sie verspricht, wird man sehen. In den vergangenen vier Jahren wurden jedenfalls schon mehr als 30 namhafte Designagenturen von Unternehmensberatern übernommen (Seite 18).

Geschraubt und gedreht wird fast überall. Etablierte wandeln sich (Seite 6), Zupackende vergrößern sich (Seite 58), Karrieremüde trennen sich (Seite 64), Ehrgeizige spezialisieren sich (Seite 76). Und Mutige gründen. Wie die drei Chefs von Explusmore, die beweisen, dass Beratung und Lebensqualität auch zusammengehen können (Seite 126).

Die Gründer im Silicon Valley treiben den Fortschritt immer weiter. Ihre ­neuen Tools und Apps sollen helfen, die besten Kandidaten zu identifizieren, sie fair zu beurteilen, angemessen zu bezahlen und auf Dauer zu halten (Seite 40). Das muss einem nicht nur gefallen. Doch zurück geht es nicht. Die Digitalisierung hat das Personalwesen erreicht und den Menschen ins Zentrum gerückt. Endlich. //

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