McK Wissen 12 – Energie

McK Wissen 12 – Energie

McK Wissen 12 – Energie

Teilprodukt Print: inkl. 7% USt.
zzgl. ggf. Versandkosten

Lieferzeit 2-3 Werktage

Titel: Energie

Über dieses Heft schreibt Susanne Risch in ihrem Editorial:

Ab durch die Mitte
Anfang Februar war es so weit. Nach drei Jahren Entwicklungszeit nahm in Brunsbüttel die größte Windanlage der Welt ihre Arbeit auf. Repower 5M ist 120 Meter hoch, läuft vollautomatisch, soll 4500 Haushalte mit Strom versorgen, fast 10 000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid einsparen helfen – und den Deutschen einen Vorsprung im umkämpften Markt der Offshore-Technologie sichern. Ein Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst. Und Hoffnungsträger der deutschen Energiepolitik: „Die Zukunft der Windkraft liegt draußen auf dem Meer“, meinte Bundesumweltminister Jürgen Trittin bei der Eröffnung.
Und wo liegt die Zukunft der Energie?
Schon die Frage ist hier zu Lande gefährlich, scheinen die Antworten doch ohnehin längst klar. Wir haben uns das Thema fein aufgeteilt, in teuer und billig, gefährlich und gesund, verzichtbar und förderungswürdig, falsch und richtig. Gut ist demnach alles, was natürlich ist: Sonne, Wasser, Gülle, Wind. Der Rest ist mehr oder weniger böse oder auch ganz besonders böse wie etwa die Kernkraft.
Da ist ja auch was dran. Öl, Gas, Steinkohle, Braunkohle, alle fossilen Brennstoffe, mit denen wir unser Leben befeuern, verändern das Klima. Und der Müll, der durch die Kernkraft entsteht, ist ein Problem auf Jahrhunderte. Also fördern wir das Gute. Die nächsten 15 Jahre lassen wir uns den sauberen Strom aus erneuerbaren Energien, beispielsweise aus der Windkraft, pro Haushalt und Jahr rund 20 Euro kosten, 2020 muss uns das laut Bundesregierung mehr als das Doppelte wert sein. Nur leider: Selbst wenn wir die Subventionen für Öko-Strom vervielfachen, es wird nicht reichen. Sonne, Wasser und Wind weigern sich beharrlich, uns dann in der gewünschten Menge zur Verfügung zu stehen, wenn wir das wollen.
Und wir wollen immer mehr. McKinsey & Company hat ausgerechnet, dass der Stromverbrauch in Europa bis zum Jahr 2010 um rund 15 Prozent ansteigen wird. Gleichzeitig dürfen wir laut Kyoto-Protokoll immer weniger Kohlendioxid produzieren. Wie soll das gehen? Und vor allem: Was soll das kosten? Die Geschichte über die Dynamik der Energiemärkte diskutiert Möglichkeiten – ideologiefrei (Seite 44).
Auch die deutschen Stromerzeuger haben uns nicht mit Blick auf eine richtige oder falsche Strategie in der Vergangenheit interessiert. Spannend schien uns ihre Zukunft – der Handlungsbedarf ist aus Beratersicht dringender, als so mancher denkt (Seite 16).
Um Zeit geht es auch bei anderen Themen in diesem Heft. Bienen zum Beispiel haben dem Menschen, wenn es ums Heizen geht, 50 Millionen Jahre Entwicklung voraus (Seite 122). Den industriellen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte verdankt die Menschheit nach Ansicht von Nobelpreisträger Robert W. Fogel vor allem den Kilokalorien (Seite 26). Der Golfstaat Bahrain braucht Zeit, hat aber nicht mehr viel: In 15 Jahren geht dem Land, das seinen Wohlstand dem Öl verdankt, die wertvolle Ressource aus. Die Quellen werden versiegen (Seite 86).
Was dann? Wie sieht die Welt von morgen aus? Das ist auch die Frage, die sich die International Energy Agency in jeder Untersuchung stellt. Der jüngste Report der wohl wichtigsten Denkwerkstatt der internationalen Energiepolitik lässt wenig Gutes erhoffen: Wenn wir weitermachen wie bisher, droht der Welt ein Kollaps. Die Systeme sind überlastet, die Ressourcen werden knapp, der Treibhauseffekt verursacht enorme Kosten. Der Kampf um Rohstoffe hat mit dem Irakkrieg gerade erst begonnen, das globale Energieproblem bedroht den Weltfrieden (Seite 8).
Es ist höchste Zeit für eine neue Debatte. Um Gut und Böse geht es schon lange nicht mehr.

Susanne Risch
Chefredakteurin brand eins Wissen

Das könnte Sie auch interessieren: