McK Wissen 05 – Operations

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Titel: Operations

Über dieses Heft schreibt Susanne Risch in ihrem Editorial:

Gut ist nicht gut genug
Seit 1. August dieses Jahres ist es amtlich: Der Kfz-Mechaniker wird durch den Kfz-Mechatroniker ersetzt. Es war eine kleine Meldung in der Tagespresse, die neue Berufsbezeichnung ist in die Ausbildungsverordnung des Bundesgesetzblatts eingeflossen. Tatsächlich markiert der Begriff einen tiefgreifenden Wandel. Mechatronik ist eine Kombination aus Mechanik und Elektronik. Und die macht der Automobilindustrie zu schaffen.
Der Konsument macht sich keine Vorstellung davon, was die Branche umtreibt. Er freut sich über all die technischen Innovationen, die aus einem Auto inzwischen ein rollendes Hightech-Labor machen. Und er erwartet, dass alles, was heute die Luxuskarossen ziert, morgen auch in der günstigen Kompaktklasse Standard ist. Verständlich ist das, schließlich sorgt der zunehmende Elektronikanteil im Fahrzeug für mehr Sicherheit, Bequemlichkeit und Komfort. Elektronik aber bedeutet Neuland. Elektronik ist teuer und kompliziert. Im Auto – vor allem aber in der Produktion.
Die Beschäftigten werden umlernen müssen, weil sich die Arbeitsgebiete ändern und neue Qualifikationen gebraucht werden (Seite 30). Hersteller und Zulieferer müssen ihre Aufgaben neu sortieren und umstrukturieren, weil sich die Wertschöpfung verlagert, die alte Struktur nicht mehr gilt. Auf einen kurzlebigen Trend sollte keiner hoffen: Henry Ford erfand die Fließbandarbeit, Toyota die schlanke Produktion, schreibt McKinsey in der Einleitung zu der Studie, die einen Schwerpunkt dieser Ausgabe bildet. „Jetzt steht die internationale Automobilindustrie vor einem dritten revolutionären Einschnitt. In den kommenden zehn bis zwölf Jahren wird sich die automobile Welt völlig neu aufstellen“ (Seite 8).
Das Auto, bis heute Motor für eine der bedeutendsten Industrien weltweit, hat uns in diesem Heft viel beschäftigt. Wir haben recherchiert, wie es in Zukunft aussieht (Seite 18), wir haben Käufer auf drei Kontinenten beobachtet, um herauszufinden, wie schwer es für einen Hersteller ist, so etwas wie ein globales Auto zu verkaufen (Seite 66).
Was das Produkt an Folgen für eine Nation nach sich zieht, zeigt das Beispiel China. Das Volk macht mobil. Millionen Chinesen träumen vom eigenen Auto. Aber mit dem Kauf ist es nicht getan. Ein Auto, das bedeutet Straßen, Gesetze, Verkehrsregeln, Kredite, Versicherungen, Werkstätten, TÜV und Führerscheinprüfungen. Und all das muss China erst aufbauen (Seite 52).
Auch hier zu Lande gibt es, soll der Verkehr fließen, noch jede Menge zu tun: Um verstopfte Städte und volle Straßen zu entlasten, sind intelligente Nahverkehrskonzepte gefragt. Aber die EU und der drohende Wettbewerb machen Bus- und Bahnbetreiber bislang nur mäßig mobil (Seite 82).
Bleibt der Luftraum. Und tatsächlich: Die steigende Zahl der Billigfluglinien lässt eine Vielzahl neuer Passagiere auf die schnelle Art reisen. Zur Freude zumindest jener Airlines, die im Gedränge um einen guten Platz im Luftverkehr rechtzeitig eine Nische besetzt haben (Seite 98).
In Bogotá hat sich mit einem neuen Bussystem nicht nur der Verkehr, sondern die Lebensqualität der Stadt nachhaltig verbessert (Seite 36). Ein Wunsch, der mit Blick auf die Zukunft der Deutschen unerfüllt zu bleiben scheint. Wir werden immer älter – und haben bislang noch keine Idee, wie wir uns in 30 Jahren bewegen wollen. In einer alten Gesellschaft, und auf die steuern wir zu, kann das Auto nur ein Teil der Lösung sein. Wir sollten uns schleunigst über Alternativen Gedanken machen. Oder dem Rat folgen, den Verhaltensforscher Gerhard Schulze all jenen gibt, die an die Grenzen ihrer Mobilität stoßen: ankommen. Nicht den Weg, sondern das Ziel zelebrieren. Und in Ruhe nachdenken.

Susanne Risch
Chefredakteurin brand eins Wissen

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