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McK Wissen 04 – restart

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Titel: restart

Über dieses Heft schreibt Susanne Risch in ihrem Editorial:

Auf ein Neues
Gehören Sie auch zu denen, die den Begriff New Economy am liebsten aus dem Wörterbuch streichen würden? Die nichts mehr hören wollen von tollen Geschäftsideen, Erfindungen, Konzepten, Modellen und dem ganzen Quatsch, der jahrelang unter dem Label der schönen neuen Unternehmenswelt verkauft wurde? Dann sind Sie in bester Gesellschaft – und laufen Gefahr, all das zu übersehen, was die vergangenen Jahre auch gebracht haben: ökonomischen Fortschritt.
Die Neue Wirtschaft hat mehr hinterlassen als geplatzte Träume. Sie hat die Welt verändert. Ohne Informationstechnologie ist Wirtschaft nicht mehr denkbar. Die Technik beschleunigt Prozesse, verändert Strukturen, senkt Produktionskosten und zwingt auf Dauer all jene in die Knie, die sie nicht beherrschen. Es ist noch nicht einmal 3000 Tage her, rechnet Wired-Mitbegründer Kevin Kelly vor, seit wir das Experiment begonnen haben (Seite 13). „Hätte damals irgendjemand geglaubt, dass es möglich ist, drei Milliarden interaktive, grafisch opulente, verlinkte Textseiten über so gut wie jedes dem Menschen bekannte Thema zu kreieren?“
Natürlich nicht. Und ist es deshalb nicht auch ganz normal, dass zu Beginn der neuen Ära das Pendel zu stark in eine Richtung ausschlug und jede Menge Fehler gemacht wurden? Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Automobil entwickelt. Von den weit mehr als 100 Herstellern, die es ursprünglich gab, hat gerade eine Handvoll überlebt. Trotzdem behauptet niemand, die Autoindustrie sei nur eine Blase gewesen. So war es immer: Jeder Innovationszyklus, das belegt der Historiker Richard Tilly, startet mit zahlreichen Playern, von denen am Ende nur wenige, die Besten, übrig bleiben (Seite 50).
Historisch betrachtet war das gesund, und wer will, kann auch aus der jüngsten Vergangenheit mehr mitnehmen als die Erinnerung an gefallene Kurse und großmäulige Jungvorstände. Eine realistische Bilanz wäre nicht nur fair, sie würde auch helfen bei dem, was vor uns liegt. Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft ist schließlich erst ein kleiner Schritt getan. So wissen wir beispielsweise immer noch nicht genau, wie wir aus Innovationen in der Grundlagenforschung marktfähige Produkte machen (Seite 56) oder aus der richtigen Idee ein Geschäft. Zwar gibt der Staat jährlich Milliarden für junge Gründer aus – überlebensfähige Unternehmen fördert er damit aber nur selten (Seite 28). Ganz zu schweigen von Wissen. Das aber brauchen all jene, die sich trotz Baisse und Katzenjammer aufmachen, ihr eigenes Business zu gründen. Entrepreneure brauchen Unterstützung, Know-how, Zeit, Geld. Und die Chance zu lernen. Im Moment haben sie von allem zu wenig. Es stimmt schon, nicht jeder Gründer wird durch die Pleite zum besseren Unternehmer. Und so manchen Fehler hätten wir als Lerneinheit nicht gebraucht. Richtig ist aber auch, dass die Pioniere der New Economy die Zeit, als plötzlich alles möglich schien, trotz ihrer Blessuren nicht missen wollen (Seite 34). Hinterher ist man immer klüger – diese Binsenweisheit wurde lange vor der New Economy geboren. Und sie hat zahlreiche Paten: die Flops der alten Wirtschaft.

Susanne Risch
Chefredakteurin brand eins Wissen

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