Innovation 2017 – brand eins Thema

Innovation 2017 – brand eins Thema

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Titel: Läuft!

Schwerpunkt:

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Susanne Risch:

Augen auf

Wenn es darum geht, uns selbst zu geißeln, sind wir Deutschen ganz vorn mit dabei. Das gilt insbesondere beim Thema Innovation – da lassen wir kein gutes Haar an uns und unserer Wirtschaft. Wir sind nicht neugierig und offen genug, ignorieren Trends und Kunden, sind ideenlos und langsam, zu sparsam und zu selbstzufrieden, heißt es. Angeblich fehlt es uns allerorten an der dringend notwendigen Fehlerkultur, mit Blick auf Spirit und Gründergeist sind uns viele andere Nationen voraus, und bei der Digitalisierung sind wir quasi komplett abgehängt – das bescheinigte uns im vergangenen Jahr sogar eine Expertenkommission der Bundesregierung.

Und nun was? Jammern? Verzweifeln? Schuldige suchen? Wir haben beschlossen, die Unkenrufe zu ignorieren, uns selbst ein Bild gemacht – und das sieht ganz anders aus, wie unsere Umfrage zeigt.

In diesem Jahr ist es uns gelungen, die Zahl der Teilnehmer noch einmal deutlich zu erhöhen. Insgesamt haben für unser aktuelles Ranking gut 2000 Vertreter von innovationsprämierten Unternehmen, 250 Fachleute des Berliner Instituts für Innovation und Technik und rund 20 000 Führungskräfte und Angestellte des Statista-Expertenpanels einen Fragebogen ausgefüllt. Aus den Bewertungen aller drei Gruppen sind unsere Bestenlisten entstanden – keine andere Untersuchung in Deutschland bündelt mehr Expertenstimmen.

424 Unternehmen aus 20 Branchen dürfen sich jetzt Innovator 2017 nennen. Darunter sind Konzerne und Start-ups, starke Marken und zarte Pflänzchen, Mittelständler mit Tradition und Newcomer mit großen Plänen. Einige der Innovationsführer haben wir uns angeschaut. Infarm zum Beispiel, das Unternehmen aus Berlin, das seit fünf Jahren ziemlich erfolgreich Gemüse in Innenräumen anbaut (Seite 32). Oder Celonis, die Software-Schmiede, die drei Studenten vor sechs Jahren in München gründeten und seitdem kontinuierlich zu einem Schwergewicht für Process Mining ausbauen (Seite 72). Der schwäbische Maschinenbauer Festo hingegen gilt schon lange als Technik-Pionier – aber das muss ein Zulieferer auch sein, wenn er am Markt bestehen will (Seite 118). Bosch Rexroth wiederum war jahrzehntelang erfolgsverwöhnt – und lernt gerade, was es bedeutet, sich neu zu erfinden (Seite 58).

6Wunderkinder aus Berlin hat sich ähnlich Kompliziertes vorgenommen. Das gefeierte Start-up, das in den vergangenen sieben Jahren auf 60 Mitarbeiter angewachsen ist, will die beste To-do-App der Welt anbieten – und gleichzeitig segensreich wirken: Der IT-Zwerg will helfen, seinen Mutterkonzern zu erneuern, das 114 000-Mitarbeiter-Unternehmen Microsoft (Seite 48).

Ein Schuss Größenwahn gehört zweifellos dazu, wenn man es an die Spitze der innovativsten Unternehmen bringen will. Man könnte es aber auch einfach Zuversicht nennen. Naivität. Leidenschaft. Mut. Besessenheit. Suchen Sie sich etwas aus, der Begriff ist nicht so wichtig. Die Haltung ist entscheidend.

Wir können natürlich weiter unsere Defizite beklagen. Oder anfangen, wozu uns die Innovationsforscherin Kathrin Möslein rät: Augen und Türen aufmachen und Ruhe bewahren (Seite 6). Die Innovatoren 2017 kennen das.

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