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brand eins 09/2005

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Titel: Da geht was

Schwerpunkt: Erkenne die Möglichkeiten

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer in ihrem Editorial:

Einen Schritt zurück

• Der junge Leser war, sagen wir, aufgebürstet: Mehr als enttäuscht sei er über die Schönfärberei in unserem Schwerpunkt Arbeit. „Sie können doch nicht darüber hinwegsehen, dass sowohl Gerade-erst-Absolventen wie ich als auch gestandene Persönlichkeiten der Arbeitswelt, in der aktuellen Lage keine Perspektive sehen, gegebenenfalls sogar das Land verlassen, um sich andernorts zu verwirklichen!“, schimpfte er. Daraus entstand ein kleiner Briefwechsel, in dem es um die neue Arbeitswelt ging, um das Ende der Sicherheit und die noch vagen Perspektiven, um entwürdigende Einstellungsgespräche und vor allem immer wieder um die Angst: „Nach zwei Jahren, vier befristeten und sehr lehrreichen Anstellungen sowie etwa 200 Absagen habe ich alle möglichen Level durchlaufen“, schreibt er. Und bittet um Verständnis, dass er sich „eher Gedanken darüber mache, wie ich mir einen Ort innerhalb der Gesellschaft und damit auch innerhalb der Arbeitswelt erarbeite, als mich mit meinem – womöglich rückständig interpretierten – Ausnahmezustand der Arbeitslosigkeit zu beschäftigen.“ Wer verstünde das nicht. Und doch ist es gerade die in seinen Briefen so trefflich geschilderte Mischung aus Druck und Angst, die den Blick in eine Richtung lenkt, in der bald nichts mehr zu sehen ist als ein schwarzes Loch. Doch wer zurücktritt, kann sehen, dass neben dem Loch auch Boden ist, fester Boden, auf dem sich gehen lässt. In dieser Ausgabe werden Sie vielen Menschen begegnen, die sich diese Freiheit genommen und neue Perspektiven entdeckt haben. Sie sind so unterschiedlich, wie die Geschäfte, die sie betreiben: Handwerker, die mithilfe des Internets alte Traditionen beleben, sich auf Kooperation einlassen oder lernen, wie viele Chancen im Umbau altengerechter Wohnungen stecken (S. 128). Akademiker, die sich von der Idee verabschiedet haben, Konzerne zu lenken und stattdessen neue Gastronomie-Ideen entwickeln, mit Mode-Mobilen auf Tour gehen oder eine Bierbrauerei retten (S. 88, 100 und 122). Oder Designer, die den Zeichentisch mit dem eigenen Laden getauscht haben, weil es Spaß macht, Menschen anzuziehen (S. 106). Möglichkeiten gibt es überall. Auf gesättigten Markten (S. 94), auf Märkten, die noch keine sind (S. 112), oder auch dort, wo sich Monopolisten breit gemacht haben (S. 82). Und selbst wenn eine Idee schon einmal gescheitert ist, kann man es immer noch besser machen, wie die Modeplattform Yoox.com beweist (S. 118). Doch Möglichkeiten erkennt nur, wer vom Loch zurücktritt, wer nicht mehr gebannt in den Tunnel starrt (S. 62). Der junge Leser schrieb am Ende unseres Dialoges: „Ich habe mich entschlossen, der aktuellen Ungewissheit mit Neugier und Risikofreude zu begegnen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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