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brand eins 05/2008

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Titel: DUMMHEIT gibt´s gratis. - Die ÖKONOMIE der BILDUNG

Schwerpunkt: Bildung

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer in ihrem Editorial:

Lohnt sich Bildung?

• 47 Prozent der Deutschen sähen Heidi Klum gern als Familienministerin, so ergab eine Umfrage von TNS Emnid. Nichts gegen die dreifache Mutter, die sich außerordentlich geschäftstüchtig ihren Platz auf den Titelseiten und in den Herzen der Deutschen erobert hat – aber interessant ist es schon, dass Prominenz mittlerweile offenbar zu jeder Karriere qualifiziert. Für Bildung gilt das nicht unbedingt. „Dieser Professor aus Heidelberg“ war nicht nur dem wahlkämpfenden Gerhard Schröder suspekt, auch die CDU merkte schnell, dass mit dem Intellektuellen Paul Kirchhof keine Wahl zu gewinnen war. Dass sich Bildung lohnt, ist dem jungen Menschen da nicht so einfach zu vermitteln. Berechnen lässt es sich leider auch nur begrenzt, wie brand eins-Redakteur Ingo Malcher bei seinen Recherchen zur Bildungsrendite erfuhr (S. 82). Zahlt sich also die ganze Bildungsplackerei gar nicht aus? Ist eine Investition in Bildung am Ende nur Liebhaberei? Wer Bildungsfragen ökonomisch betrachtet, verzettelt sich schnell im Soll und Haben. Und das hat vor allem damit zu tun, dass Bildung als Grundrecht verstanden wird, nicht als Wert. So kommt es zu seltsamen Konstellationen. Da kämpfen Studenten gegen Studiengebühren – nicht aber für ein solides und gut ausgestattetes Stipendiensystem. Da schreiben sich Politiker aller Couleur die Wiederherstellung der Bildungsgerechtigkeit auf die Fahnen – und nehmen ungerührt hin, dass die frühkindliche Bildung, der Kindergarten, in aller Regel kostenpflichtig ist. Und da leistet es sich eine Wissensgesellschaft, lebenslanges Lernen zu postulieren, um gleichzeitig hinzunehmen, dass die Türen der Bildungsinstitutionen nur denen offen stehen, die für Lebensentscheidungen entweder zu jung sind oder zu alt (S. 60). Doch seit einiger Zeit gerät das System in Bewegung. Und daran sind ausgerechnet die Studiengebühren schuld. Seit Hochschulbildung auch in Deutschland einen Preis hat, wird sie zunehmend für Finanzinvestoren attraktiv. Gleichzeitig beginnen sich Stifter für das Thema Bildung zu interessieren, Professoren denken über die Segnungen unternehmerischen Handelns nach (S. 72, 86). Und auch der Bologna-Prozess zeigt Wirkung: Nicht etwa, weil die Verschulung des Studiums Früchte trägt – vielmehr, weil sich so mancher Professor angesichts der Aufteilung in Bachelor- und Master-Studiengänge fragt, wofür er eigentlich zuständig ist. Soll er fürs Leben vorbereiten oder für den Beruf? Und wenn für den Beruf: für welchen? Wie die Welt aussieht, wenn sie ihre ersten Bewerbungen schreiben, das haben sich Schüler der Arapahoe High School in Centennial, Colorado gefragt. Seither entwickelt sich die Schule zum Labor. Denn eines war den Schülern bald klarer als den meisten Politikern: Die Welt verändert sich schneller als jeder Bildungsplan (S. 146). Dafür ist gewappnet, wer lernt. Egal, an welcher Schule. Sechs sehr unterschiedliche Bildungskarrieren zeigen, dass eben immer noch das Leben der beste Lehrmeister ist (S. 124). Darauf vorzubereiten wäre ein schönes Bildungsziel. Gewinn garantiert.

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