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brand eins 04/2011

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Titel: Wir haben das Geld. Wie fördern wir das Richtige?

Schwerpunkt: Fördern

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer in ihrem Editorial: Fördern, aber richtig

• Es gibt so Themen, mit denen bringt man jede stockende Gesprächsrunde in Gang. Zwei, drei Beispiele aus dem neuesten Subventionsbericht, und die Sache läuft. Denn was ist schöner, als sich über die Ungerechtigkeiten der Welt, speziell deutscher Politiker, zu ereifern? Und wenn andere Geld bekommen, ist das immer ungerecht. Die zweite sichere Möglichkeit, eine Gesprächspause zu überwinden: Kindererziehung. Zur Frage, was der richtige Weg sein könnte, um Kinder zu selbstbewussten, den Widrigkeiten des Lebens gewachsenen Menschen zu entwickeln, hat jeder etwas zu sagen. Und wenn man es mit einer halbwegs selbstkritischen Runde zu tun hat, ist man schnell bei dem etwas beunruhigenden Fazit: Selbst – oder gerade – wenn man alles richtig machen will, kann es danebengehen. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Das ist das Thema dieser Ausgabe. Denn bei aller berechtigten Kritik am alljährlichen, Subvention genannten Kapitalverbrechen (S. 50) – genauso wichtig ist die Frage: Was ist zu tun, und was wäre richtig, um Zukunft zu ermöglichen, wenn man sie schon nicht kaufen kann? In jedem Fall hilfreich ist es, zu wissen, wo man hin will. Was gar nicht so einfach ist, wie das Beispiel Elektro-Mobilität zeigt (S. 96). Oft überlagern sich Ziele auch: Ist es wichtiger, die Kohle-Kumpel (Wähler) zu unterstützen oder in Zukunftstechnik zu investieren (S. 124)? Zählt bei der Hilfe etwa für Tsunami-Opfer die Geschwindigkeit – oder wäre es nicht besser, erst mal darüber nachzudenken, was zu tun ist (S. 72)? Dann gibt es noch den Fall, dass ein Ziel klar ist und der Weg dorthin auch – bevor man ihn gehen kann, sind allerdings wie bei der Förderung junger Arbeitsloser eine Menge bürokratischer Altlasten wegzuräumen (S. 80). Wer sich aber je auf den Kampf gegen Bürokraten eingelassen hat, der wird jene drei Unternehmer verstehen, die Subventionen bekommen könnten, aber lieber darauf verzichten (S. 60). Vielleicht entwickelt er sogar Sympathie für den Radikal-Vorschlag des Ökonomen Thomas Straubhaar vom HWWI. Der will den jährlichen Zuschuss von 9,6 Milliarden Euro für die Kultur in Form von Gutscheinen an die Bürger verteilen – das Ende der deutschen Theaterkultur, wie der Theatermann Ulrich Khuon im Streitgespräch warnt (S. 142). Aber vielleicht auch nur ein Anfang, einmal ganz neu über eine subventionierte Welt nachzudenken, in der alljährlich Milliarden in unzugänglichen Sumpfgebieten versickern. Den Argentiniern zumindest hat es ganz gutgetan, nach neuen Wegen der Filmförderung zu suchen (S. 88). Allerdings musste der Staat dafür erst einmal pleitegehen. So weit muss man es nicht kommen lassen. Und bei Lichte betrachtet gibt es auch bei diesem Thema durchaus Grund, nicht nur schwarzzusehen. Ausgerechnet die im Zusammenhang mit der Lehman-Pleite unangenehm aufgefallene KfW zum Beispiel erweist sich bei genauerer Betrachtung als Vorzeige-Institut (S. 116). Auch bei der Förderung der Nano-Technologie ist wenn auch anders als geplant – einiges gut gegangen (S. 100). Das ist ein Anfang, wenn auch noch lange nicht genug. Womit wir beim dritten Vorschlag für die Belebung einer stockenden Gesprächsrunde wären: Fordern Sie doch einfach mal auf, nach konstruktiven Ideen für richtige, sinnvolle Zukunftsförderung zu suchen. Sie werden sehen, die Nacht wird lang.

Gabriele Fischer Chefredakteurin

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