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brand eins 03/2009

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Titel: Gute Nachrichten

Schwerpunkt: Unternehmer

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer in ihrem Editorial:

Schwarz-weiß oder Farbe?

• Hamburg, Ende Januar. Eine Veranstaltung des Europäischen Finanz Forums und von Alumni der Business School IMD. Es geht um die Frage, wer eigentlich die Wahrheit über die Wirtschaftskrise kennt. Oder ob es vielleicht viele Wahrheiten gibt? Ein älterer Mann meldet sich. Er habe ein Exportunternehmen, gehöre also zu jener Gruppe, die es, wie überall zu lesen ist, besonders hart trifft. Und ja, das vierte Quartal 2008 sei schlechter gewesen als das dritte allerdings immer noch besser als das vierte Quartal ein Jahr davor. Und er habe mal ausgerechnet: Wenn der Umsatz im Jahresdurchschnitt tatsächlich um 15 Prozent zurückginge, wäre er auf dem Stand von 2006. Er zögert. "Aber damals haben wir auch schon ganz gut gelebt." Gute Nachrichten. Sie sind rar in diesen Tagen. Nicht nur, weil keiner mehr so genau weiß, was eine gute Nachricht ist. Es ist auch gefährlich, sie zu verbreiten. Kommt alles schlimmer, wird man schnell als Zwangsoptimist verlacht. Da ist es schon sicherer, schwarz zu sehen kommt alles besser, wird einen kaum einer wegen nachhaltiger Verunsicherung zur Verantwortung ziehen. Umso erstaunlicher, wie leicht es uns fiel, Gesprächspartner jener Kategorie zu finden, die von immer neuen Absturz-Szenarien wenig halten. Wer Unternehmer ist oder wie einer denkt, krempelt lieber die Ärmel hoch und macht sich ans Werk, statt über den Weltenlauf zu lamentieren. Schließlich hat das zurzeit auch wenig Sinn: Wo Milliarden wie Karnevals-Kamellen verteilt werden, bekommt der Blick aufs große Ganze schnell Science-Fiction-Qualität (S. 14). Natürlich gibt es auch große Fragen, deren Beantwortung lohnt. Ob wir zum Beispiel tatsächlich immer Wachstum brauchen – und was sich hinter dem Begriff verbirgt (S. 60). Was es für ein Unternehmen denn nun bedeutet, wenn sich sein Börsenwert halbiert (S. 84). Und wer eigentlich jammert und vor allem, warum (S. 44)? Daneben aber interessierte Unternehmer zu allen Zeiten vor allem eines: Wo kann ich was tun? Und wo ist Geschäft? Wer so fragt, hat zur Katastrophen-Lyrik weder Lust noch Zeit. Johann Soder zum Beispiel, Geschäftsführer eines Zulieferers für den Anlagenbau, denkt lieber darüber nach, wie er den mit dem Absatzrückgang einhergehenden Freiraum sinnvoll nutzen kann (S. 74). Auch beim Möbelhersteller USM Haller, bei dem Klebstoff-Spezialisten Delo oder dem LED-Pionier Zweibrüder ist genug zu tun (S. 78, 92, 118). Die Textilindustrie ist ans Kämpfen gewöhnt, ob nun Wirtschaftskrise ist oder nicht (S. 98, 102). Und sollte es mal an Arbeit fehlen, ist der richtige Unternehmer sowieso in seinem Element. Das ist eine Herausforderung – und da wird er kreativ (S. 66). Nicht zu vergessen die Chancen, die sich gerade jetzt eröffnen. Nach denen fahndet unter anderem eine neue Generation von Investoren, die – obwohl jung an Jahren – schon eine Menge hinter sich hat. Die Gewinner der ersten Web-Gründerwelle sind sachkundig, nervenstark und vermögend genug, sich von schlechten Nachrichten nicht entmutigen zu lassen (S. 112). Vielleicht finden sie Trüffel wie die beiden US-Erfolgsfirmen Coupons.com oder Gilt (S. 124)? Für den, der nicht nur das Schwarze sucht, ist die Wirtschaftswelt so bunt, wie sie immer war. Ist das eine gute Nachricht? Wir finden schon.

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