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brand eins 02/2007

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Titel: Jetzt geht es erst richtig los

Schwerpunkt: Veränderung

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer in ihrem Editorial:

Und es bewegt sich doch!

• „Groß bist du geworden!“ Jedes Kind kennt diesen Satz und die erstaunte Miene desjenigen, der ihn sagt. Kinder helfen, Veränderung sicht- und spürbar zu machen. Im Erwachsenenleben muss man sich anstrengen, um Entwicklungen zu sehen. Das gilt umso mehr, wenn die Entwicklung in allen möglichen Geschwindigkeiten daherkommt. Im politischen Teil von Berlin zum Beispiel scheint die Zeit bisweilen stehen zu bleiben – bis sich die Ereignisse plötzlich überschlagen. Die Wirtschaft scheint sich stete Geschwindigkeitsübertretung geschworen zu haben: egal, ob tatsächlich etwas passiert – Hauptsache schnell. Und die Menschen? Klagen über den Stillstand wie über das hohe Tempo. Und verpassen die Chance, sich in aller Ruhe zurückzulehnen und festzustellen, dass sie gerade die aufregendsten zehn Jahre der jüngeren Geschichte erlebt haben. Natürlich war nicht alles Gold, was seit der Eröffnung des Neuen Marktes und dem Aufbruch einer neuen Unternehmergeneration in unbekanntes Land geschehen ist. Natürlich ließe sich (wie immer) ohne Mühe auch ein gruseliges Katastrophen-Bild zeichnen. Aber es kostet kaum mehr Mühe, die vergangenen Jahre als den Beginn einer Ära zu sehen, in der sich Möglichkeiten eröffneten, die den Generationen davor als Science-Fiction erschienen wären. „As we may think“ hieß jenes vorausschauende Werk, in dem Vannevar Bush 1945 eine Welt beschwor, in der vernetzte Computer neue Formen der Arbeit und der Kommunikation erlaubten. Heute ist die Vision Wirklichkeit – und das Internet liefert mit jeder technischen wie mentalen Entwicklung immer neue ungeahnte Spielräume. Dass der auf Ordnung bedachte Post-Maschinen-Mensch jeder Etappe eine Nummer aufkleben will, ändert nichts daran, dass wir es mit einer fließenden Entwicklung zu tun haben, die absehbar nicht enden wird. Allein schon, weil eine ganze Welt gemeinsam an ihr arbeitet (S. 52). Ob wir es Web 1.0, 5.0 oder 1.2 nennen – wir sprechen von einer Lebensader, die nicht mehr wegzudenken ist. Und auch wenn die Wirtschaft dazu neigt, Entwicklung am Profit zu messen und das Internet vorrangig als Turbo für neue Geschäftsmodelle misszuverstehen – entscheidender ist, wie das Netz unser Denken verändert und die Arbeitswelt. Und wie es langsam, aber unumkehrbar das bestehende Wirtschafts- und Konkurrenzmodell unterhöhlt (S. 70). Was sonst noch war? Sie werden staunen. Die von Vivien Pieper zusammengetragene Statistik der Veränderung (S. 110) führt vor, dass rund um den German Stillstand eine Menge los gewesen ist. Hätten Sie gedacht, dass in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Beamten um fast 18 Prozent abgenommen hat? Und die Zahl der Kinder auf Privatschulen in dieser Zeit um knapp 40 Prozent stieg? Nahezu gleich geblieben ist dagegen die Verteilung von Armut und Reichtum. Das haben Sie nun wiederum ganz anders empfunden? Der Wissenschaftler Klaus Schroeder erklärt Ihnen, woran das liegt (S. 88). Es lohnt sich, diese vergangenen Jahre genauer zu betrachten. Denn überall zeigt sich Veränderung – selbst beim aktuellen Börsen-Boom, der nur scheinbar dem vor zehn Jahren gleicht (S. 104). Oder in einer Stadt wie Stadtlohn, in der alles ist, wie es immer war. Fast alles (S. 120). Deutschland hat sich verändert in den vergangenen zehn Jahren. Vielleicht nicht genug. Aber der Anfang ist gemacht. Ein guter Anfang.

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