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brand eins 01/2001

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Titel: Evolutionsbiologie

Schwerpunkt: Evolutionsbiologie

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer in ihrem Editorial:

EVOLUTION

• Trost gefällig, für den ernüchternden Blick auf den Zustand am Neuen Markt? Reden Sie mit einem Naturwissenschaftler, etwa einem Biologen. Der wird Ihnen zum Beispiel erklären, wie viel Geduld es braucht, auch nur die Veränderungsbereitschaft von so winzigen Bausteinen wie Proteinen zu ergründen. Und wir regen uns auf, weil die Wandlung vom risikoaversen zum risikobereiten Volk nicht in ein paar Monaten zu schaffen war? Sicher, ungemütlich ist das schon, was sich zurzeit am Neuen Markt und in den zugehörigen Unternehmen abspielt. Die nationale Abwendung vom Zukunftswert zieht den Nemax immer tiefer in den Keller (S. 18). Selbst die New-Economy-Ikone Amazon.com kämpft mit den Investoren und neuerdings auch noch mit der Gewerkschaft (S. 28). Und in den jungen Unternehmen machen sich zunehmend alte Führungsprinzipien breit (S. 104). Aber haben wir wirklich geglaubt, dass die Entwicklung völlig neuer Branchen und Unternehmen ganz ohne Rückschläge vonstatten geht? Entwicklung in gerader Linie, bestenfalls unterbrochen durch den Sprung über zwei, drei Generationen, ist nicht nur in der Natur bisher nicht vorgekommen. Nun wird eben alles ein wenig nüchterner und rationaler. Nach vorn geht es trotzdem, wohin sonst? Die Biologie lehrt mehr als solche Bescheidenheit. Sie liefert mit dem Wettlauf von Darwin und Wallace ein schönes Lehr-Beispiel dafür, dass der Erste nicht immer der Erfolgreichste ist (S. 76); sie eröffnet dank eines ihrer Außenseiter, Rupert Sheldrake, ganz neue Perspektiven für den Umgang mit der Wissensflut (S. 96). Nicht zuletzt führt uns die Biologie, konkret der Streit um die Gentechnik, zu einem Konflikt, den die Wissensgesellschaft überwinden muss: zum uralten Streit zwischen Natur- und Geisteswissenschaften (S. 68). Diese mit aller Polemik verteidigte Grenzlinie passt nicht in eine Landschaft, in der Naturwissenschaftler Unternehmen gründen, Unternehmer mit der Kunst paktieren und Juristinnen Landwirtschaftsminister werden. Aber wir ahnen schon: Sie zu überwinden braucht Zeit.

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