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brand eins 08/2018 (App)

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Titel: Wetter ist Wirtschaft

Schwerpunkt: Wetter

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Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer:

Der unterschätzte Faktor

• Sommer. Sonne. Urlaub. Wer denkt da nicht an den Süden? Dieter Richter zum Beispiel. Nicht nur weil der Professor für Kritische Literaturgeschichte inzwischen emeritiert ist und keinen Urlaub mehr braucht: Richter zerpflückt auch mit Wonne all die Klischees, die mit dem südlichen Sehnsuchtsort verbunden sind. So fühlt man sich an einem norddeutschen Regentag gleich viel besser (S. 30).

Aber wieso eigentlich wird Norddeutschland, besonders Hamburg, mit Regen und Schmuddelwetter assoziiert? Während in München im jährlichen Mittel 834 Millimeter Wasser vom Himmel tropfen, sind es in Hamburg nur 793 Millimeter. Dafür bekommen die Münchener zwar gut 160 Sonnenstunden mehr im Jahr, aber unterm Strich sind die Hamburger besser dran: Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt in München bei 8,7, in Hamburg bei 9,4 Grad Celsius.

Die Zahlen stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Und der ist nicht nur dazu da, die morgendliche Kleidungswahl zu erleichtern und gefühlte mit realen Werten zu vergleichen: Der DWD ist einer der wichtigsten Unternehmensberater. „Rund 80 Prozent aller Wirtschaftstätigkeiten werden maßgeblich vom Wetter beeinflusst“, sagt der DWD-Vorstand Hans-Joachim Koppert. Ohne Wetterbeobachtung flöge kein Flugzeug, bliebe die Energiewende stecken, und Stürme und Extremwetterlagen richteten noch mehr Schaden an (S. 78).

Und warum stimmen dann – nach unserer Wahrnehmung – Wettervorhersagen so oft nicht? Dafür hat Jörg Kachelmann eine gute Erklärung. Im Gespräch mit Matthias Hannemann zerstört der Mann, der einst die Wettervorhersage im Fernsehen revolutionierte, noch so einige andere Illusionen. Zum Beispiel die, dass der Landwirt auch ohne Wissenschaft weiß, wann er aufs Feld fahren kann, weil er sich auf alte Bauernregeln verlässt (S. 50).

Aber vielleicht wird die Landwirtschaft von morgen unabhängiger vom Wetter sein, daran zumindest forscht man an der Universität im niederländischen Wageningen. Und auch die Betreiber von Liften und Hotels in Österreich arbeiten daran, beste Bedingungen für Winter-sportler auch ohne Hilfe von oben herzustellen. Überhaupt scheint der Mensch in einem stetigen Innovationswettbewerb mit dem Wetter zu stehen: Schon im Neolithikum schützten sich Bauern und Jäger mit Pfahlbausiedlungen gegen Schneemassen und Überschwemmungen. Seitdem ist zwar einiges von dem alten Wissen verloren gegangen, doch moderne Architekten holen es wieder hervor (S. 64, 88, 44).

Für Wissenschaftler sind Klima und Wetter ein Forschungsfeld, auf dem es noch unendlich viel zu entdecken gibt. So gehen Astrophysiker wie Volker Bothmer der Frage nach, was -Sonnenstürme ausrichten können und wann der nächste zu erwarten ist. Und der Harvard-Professor David Keith treibt das Geo-Engineering voran, auch um die Erfolgsaussichten eines verwegenen Planes zu prüfen: Er will Schwefelteilchen in die Stratosphäre pusten, um die -Klimaerwärmung zu bremsen (S. 98, 104).

Das wird noch dauern. Vorerst sei allen, die unter der Sommerhitze leiden, die Lektüre des Beitrags von Michael Kneissler empfohlen. Der Autor lebt zurzeit in Guayaquil, Ecuador, wo eine Kältewelle bedeutet, dass die Temperatur auf 29 Grad Celsius fällt. Was dagegen hilft? Viel Wasser trinken. Und: „Langsamkeit“ (S. 108). –

 

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