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brand eins 07/2019

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Titel: einatmen. ausatmen. einatmen. ausatmen. …

Schwerpunkt: Komplexität

Drei Beispiele aus dieser Ausgabe:

• Geht doch! Provisorien. Eine Bildergeschichte über frappierende Lösungen für die Herausforderungen des Alltags.
• Im Tunnel: Rio de Janeiro ist eine der gefährlichsten Städte der Welt. Während der brasilianische Präsident mit Waffengewalt auf die Zustände reagiert, setzt ein Ingenieur auf eine App und die Mithilfe friedlicher Bürger.
Ohne Kumpels und Kapital: In Äthiopien fordert eine Unternehmerin die Regierung heraus – weil sie keine Lust mehr hatte, Taxi zu fahren.

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Erscheinungsdatum:
 28. Juni 2019
Umfang: 130 Seiten


 

Zum Inhalt dieses Heftes schreibt Chefredakteurin Gabriele Fischer:

Nur die Ruhe

• „Es war zu komplex“, ist wohl eine der beliebtesten Ausreden für gescheiterte Projekte. Und ohne Zweifel: Seit uns die Digitalisierung das Leben erleichtern soll, ist so manches komplizierter geworden. Reichten für den ersten Space Shuttle noch 400.000 Zeilen Quellcode, braucht Google für seine Dienste heute 2000 Millionen (S. 88).

Umso wichtiger ist es, den Überblick zu behalten. Und das geht nicht mehr mit den Mitteln von gestern. Galt es lange als Königsweg, Komplexität zu reduzieren, so empfiehlt es sich heute, sie anzunehmen und Zusammenhänge herzustellen. „Wo Komplexität erschlossen wird“, schreibt Wolf Lotter, „verbindet sie – Menschen und ihre Angelegenheiten, Neues und Altes, Probleme und Lösungen“ (S. 34).

Die gute Nachricht ist, dass dabei wiederum die Digitalisierung helfen kann. So wird dem Verkehrschaos in unseren Städten, das mit dem Onlinehandel stetig wächst, nicht allein durch Verbote und verkehrsberuhigte Zonen beizukommen sein. Die Logistik-Unternehmer Mat-hias und Simon Thomas haben deshalb einen Materialflussrechner entwickelt, der die Erkenntnisse aus dem Warenlager auf die Innenstädte übertragen soll. Der Ingenieur Benito Quintanilha sah ein anderes Problem: In seiner Heimatstadt Rio de Janeiro wächst die Kriminalität, jeder muss damit rechnen, in eine Schießerei zu geraten. Eine Initiative sammelt nun Informationen über Gewalttaten, eine App warnt, welche Wege man besser meiden soll. Das ist noch nicht perfekt, aber allemal besser als die einfache Lösung des Staatspräsidenten Jair Bolsonaro, der Brasilien mit Waffengewalt befrieden will (S. 80, 44).

Dass solche Ideen Probleme restlos beseitigen, sollte niemand erwarten – das haben auch die Komplexitätsreduzierer nicht geschafft. Ob ein neues Steuersystem entwickelt, eine Schwachstelle im Unternehmen behoben oder eine Kneipe eröffnet wird: In aller Regel schafft jede Lösung ein neues Problem. Und das liegt nicht allein an der Begrenztheit menschlichen Denkens: Auch immer ausgefeiltere Computersysteme, gern Künstliche Intelligenz genannt, werden uns nicht von der Last mit der Komplexität befreien. Immerhin können sie helfen, -vorausgesetzt, der Mensch schafft den Zusammenhang. Und kommt beispielsweise auf die Idee, dass mit dem richtigen Programm Smartphones bei der Bekämpfung des Hungers helfen können (S. 70, 90, 98, 64, 24).

Die Sehnsucht nach der ebenso einfachen wie perfekten Lösung wird darüber nicht sterben. Zum einen weil sie oft praktisch ist, zum anderen weil der Mensch gern seine Projekte abgeschlossen hat. Vielleicht erklärt sich so der noch immer anhaltende Erfolg der Groschenromane, in denen die Liebesgeschichte grundsätzlich gut endet (S. 58, 52).

Und was könnte komplexer sein als menschliche Beziehungen?

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